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Philosophie  -  Elemente  -  Technik

 

 

 

 

PRINZIP

 
 

Ich bin Idealist!

Sowohl bei meinen Messern als auch bei den Lederarbeiten gehe ich nicht aufwandsorientiert, sondern zielgerichtet vor!  Nichtsdestotrotz genieße ich jede Etappe des Weges, die sich allmählich entwickelnde Ausformung und das vollendete Werk.

Als Visionär schaffe ich so Raritäten "Handmade in Germany" und binde sie für eine Weile in Zeit und Raum.

Wenn heute Könner Violinen für Solisten in der Qualität alter italienische Meister, aber auch weniger kostspielig für Konzert und Akademie fertigen, gestalte ich vergleichsweise jedes Messer nur in maximal machbarer Vollendung, wohl wissend, dass absolute Perfektion keinem Menschen möglich ist!

 

 

 

LINIEN  -  FORMEN  -  DIMENSIONEN

 
 
Klarheit der Linienführung, Unverkennbarkeit sowie Souveränität des Gesamtbildes sind weitere wichtige Aspekte meiner Werke.
 
Radien, Rundungen, Buchten und Übergänge Messer sind dreidimensional - das Profil allein macht es noch nicht!

Eine kantige Gestaltung des Griffes wäre wesentlich einfacher als harmonische Radien, Rundungen, Buchten und Übergänge, die für meine Messer charakteristisch sind.

 
flaches 2D-Bügel-Rahmen-Integral Meine gelegentlichen 2D-Bügel-Rahmen-Integrale mit Klingen- und Griffbereich in einer Ebene sind ganz klar ebenfalls dreidimensional.

Das Kürzel 2D dient nur zur Unterscheidung von meinen regulären 3D-Integralen.

 
45°-Facetten "Koob-Standard" sind beispielsweise auch die 45°-Facetten an der Fehlschärfe mancher Modelle.
 
 
Die Natur macht es uns Menschen vor:  Alles Schöne hat auch eine Funktion.

Dieses  Prinzip berücksichtige ich bei meinen Messern, gestalte jedoch definiert z. B. keine Tacticals. Allerdings spreche ich ästhetisch gelungenen und formvollendeten Modellen gegebenenfalls eine entsprechende Tauglichkeit nicht ab!

  • Meine Kollektion demonstriert diese Attribute!

  • Das Auge des Betrachters individualisiert Funktion und Zweck!

 
Bei der Kaliberangabe definiert die erste Zahl die Gesamtlänge (Basisgröße) eines Messers, die zweite Zahl die Klingenlänge und der zusätzliche Buchstabe das Griffprofil  -  beispielsweise Kal. 215-110K
 
Beispiel Ferrantroph-Griffprofil K  =  Konventionell
 
Beispiel Amurfalk-Griffprofil E   =  Elementar
 
Alle Maße sind Cirkawerte!

Bei jedem neuen Messer orientiere ich mich zwar an meinem Modellkonzept, forme jedoch gerne freihändig aus. Dabei entspringen mitunter Ideen für evolutionäre Modifikationen, aus denen am Zeichenbrett Subspezies [ssp.] oder völlig neue Modelle werden.

Auch die Kalibrierung der Basisgröße variiert bisweilen um einige Millimeter.

Alles fließt!

 

 

 

KONSTRUKTIONEN
 
 

3D-Integralmesser in drei unterschiedlichen Griffversionen sind beinahe ausschließlich meine Arbeitsobjekte.

 

Bügel-Rahmen-Integral (BRI)

Der massive Rahmen kann mit meinem Innen-wie-außen-Handfinish in der Professional-Version offen bleiben oder in der Primus-Version mit zwei konisch gepassten Griffeinlagen versehen werden.    -    Stabil ohne Ende!

 

Doppel-Rahmen-Integral (DRI)

Meine Innovation von 1986:
Vier Rahmenstege
als Eckpfeiler des Griffes und vier Griffeinlagen.
Diese Technik erfordert höchste Disziplin und Passion.    -    Avantgardistisch!

 
Voll-Integral (VI)

Handschutz und Knauf erheben sich immer in präzisen Radien [!] aus der Klingen- und Erlebene. Der Erl verjüngt sich zum Knauf hin um mehr als die Hälfte. Die Griffschalen werden sowohl mit Epoxidharz verklebt als auch mit Hülsenschrauben spannungsfrei verschraubt - nicht vernietet!    -    Konservativ und elegant!

 

Aus einem Stahlblock von 12 bis 20 mm Stärke [!] mit immer subtileren Arbeitstechniken "das darin enthaltene Messer" in einem Stück manuell herauszuschälen, bedeutet stets eine neue Herausforderung. In der Gesamtschau ist das äußerst zeitaufwändig, obwohl ich selbstverständlich für die grobe Vorbereitung eine handgesteuerte Fräsmaschine und eine Metallbandsäge einsetze.

Danach führe ich mein in langen Praxisjahren ausgeklügeltes Schleifprozedere in Verbindung mit viel Feilarbeit (auch wie hier) - immer wieder unterbrochen durch kritischstes Prüfen von Parallelität und Symmetrie sowohl auf einem Messtisch als auch mit geschultem Augenmaß - durch.

Weitere Einblicke in meine Werkstatt zeige ich auf dieser Extraseite.

 

 

 

SCHLIFF  UND  FINISH
 
 
Fast von Anfang an entstehen meine Messer überzeugtermaßen mit Flachschliff und handgefinishter, matter Oberfläche. Dieses Satinfinish bietet den großen Vorteil der klaren Sichtbarkeit der gesamten Messeroberfläche.

Kenner meiner Messer begeistern sich auch daran, dass das Finish durchgehend vom Knaufende bis zur Klingenspitze in einer Richtung fließt und vorhandene Durchbrüche einschließt.

 
Ferrantroph-Zentrum

Mit viel Erfahrung und Fingerspitzeneinsatz erziele ich absolut symmetrische und enge Radien am Klingenende und lasse bei einigen Modellen zugleich die Schneidkante markant in Richtung Handschutzspitze auslaufen.

 
Frontal! Außerhalb dieser Seite wäre das zweite Foto sicher sehr rätselhaft.

 

 

Alles ist Übergang!

 

 

 

STAHLSORTEN
 
 

Ich setze heute in den meisten Fällen pulvermetallurgische Premiumstähle ein, die korrosionsbeständig sind und durch ihre Legierung sowie das besondere und aufwändige Herstellungsverfahren eine deutlich höhere Verschleißfestigkeit gegenüber konventionellen Stählen haben.

Lange Jahre gab es in diesem Spektrum nur den nicht mehr produzierten CPM T 440 VMein Vorrat dieses bewährten Messerstahles geht langsam zur Neige. Der Nachfolger CPM 420 V hat einen höheren Vanadiumgehalt.

Für meine größeren Modelle werde ich künftig UDDEHOLM ELMAX favorisieren. Er verfügt über sehr hohe Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit.

Zurück zu den Wurzeln: Meine ersten Messer entstanden aus korrosionsbeständigem 154 CM, der heute auch als ATS 34 bekannt ist. Sein pulvermetallurgisches Pendant RWL 34 ist meine erste Wahl sowohl für schlanke, flexible Klingen als auch für meine kleineren Modelle.

 
Tabelle mit wesentlichen Legierungsbestandteilen in %:
 
Stahlsorte Kohlenstoff Chrom Vanadium Molybdän
CPM T 440 V [~ S60V] 2,2 17,5 5,7 0,5
CPM 420 V   [~ S90V] 2,3 14,0 9,0 1,0
UDDEHOLM ELMAX 1,7 18,0 3,0 1,0
RWL 34 1,1 14,0 0,2 4,0

 

 

 

GRIFFMATERIALIEN
 
 
Wenn, dann bevorzuge ich exquisites Wüsteneisenholz, Sambar-Hirschhorn, vakuumstabilisierte Hölzer, die ebenfalls stabilisierten Kamel- oder Giraffenknochen sowie Wollhaarnashorn-Beinknochen und das in bester Qualität anscheinend rar werdende Mammut-Elfenbein.

Stabilisierter Mammut-Backenzahn ist ebenfalls ein tolles Material. Sorgfältig in einen Bügel-Rahmen-Griff eingebettet, ergibt sich eine sehr stabile und dauerhafte Synthese. Für meine Voll-Integral-Griffe mit sich verjüngendem Erl möchte ich es nicht empfehlen.

Darüber hinaus verfüge ich über weitere zumeist jahrzehntelang abgelagerte, hervorragend bewährte Hölzer wie Grenadill, Honduras-Jacaranda, Ebenholz u.a.

Oberflächen-Hirschhorn montiere ich bei Voll-Integralen mit meinen "Halbkugel"-Verschraubungen aus Edelstahl, die die Topografie des Griffes markant verstärken.

In einem aufwändigen Arbeitschritt laminiere ich alle Griffmaterial-Oberflächen mit Epoxidharz. Das geschieht unmittelbar vor dem Endfinish und bietet optimalsten Schutz, ohne den Charakter des Materials zu verändern.

 

 

 

LEDERARBEITEN
 
 
Zu meinen Messern realisiere ich meistens Köcherscheiden oder Gürteltaschen eigener Entwicklung.  

Ich bin über die Jahre auch dafür bekannt geworden, dass meine Lederarbeiten keine nebensächlichen Beiwerke sind, sondern in adäquater Güte zu den Messern entstehen.

In meinen zwei Grundformen "Klassik" und "Waldland" modifiziere ich gerne die Profile sowie die Linienführung der Nähte.

Die Gürtelschlaufen sind standardmäßig für Gürtel bis 40 mm Breite ausgelegt, können jedoch im Vorfeld einer Option [> Epilog] individualisiert werden.

 
Köcherscheide 

"Klassik"

Gürteltasche

 "Klassik"

 
Köcherscheide

"Waldland"

Gürteltasche

"Waldland"

 
 
Eine Steckscheide mit oder ohne Gürtelschlaufe ist bei 2D-Bügel-Rahmen-Integralen optimal und bietet sich alternativ vor allem bei kleineren Messern an.
 

 

Das von mir verwendete Altgerberleder ist sehr fest und bekommt nach meiner speziellen Endbehandlung eine angenehme naturbraune Oberfläche.

Manchmal erhält dieses feste Leder einen Überzug z. B. von Rochenleder oder Straußenbeinleder. Letzteres favorisiere ich vor dem "gepunkteten" Körperleder, weil es wesentlich robuster ist und auch die These der Verwandtschaft zwischen Vögeln und Dinosauriern veranschaulicht. Der Clou meiner Verarbeitungsart ist die wie bei naturellem Leder versenkte Naht.

Nachdem ich einen Bericht des Schweizer Fernsehens über Herkunft und Herrichtung von Echsen- und Schlangenleder gesehen habe, werde ich nur noch Lederarten verwenden, die mit Ausnahme der als Speisefische gefangenen Rochen nicht von Wildfängen stammen. Im Hinblick auf die aktuelle Schutzproblematik verwerte ich desweiteren nur noch meinen Restbestand an Haileder.

Vor einiger Zeit bin ich auf eine kleine Menge ganz besonderes Altgerberleder gestoßen, das auch im wahrsten Wortsinne alt ist und noch in reiner Eichenlohe gegerbt wurde. Ein extrem festes Gefüge, die marmorierte Oberflächenstruktur in einem graubraunen Farbton manchmal mit farbigen Stellen und Attributen der Weidewirtschaft der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts sowie herrlich dunkle Schnittkanten zeichnen es aus.    Letztes Jahrhundert?  -  Ja, das Leder lag weit über 60 Jahre in einer Gerbgrube, die nach dem Tod des Gerbers in Vergessenheit geriet und erst in neuerer Zeit wiederentdeckt wurde. Eine andere Gerberei hat das Leder übernommen und brauchbares Material aufgearbeitet. Dieses Uraltleder, wie ich es hier und auch bei den jeweiligen Messerbeschreibungen bezeichne, ist das i-Tüpfelchen für meine Integralmesser - allerdings nur als Episode für relativ wenige Stücke, weil ich leider etwas zu spät davon hörte und das Allermeiste bereits zu hochwertigen Schuhsohlen gestanzt worden war!

Mit starkem und gepichtem Naturleinenfaden setze ich die Nähte ausschließlich von Hand. Eine Handnaht ist bedeutend aufwändiger als eine Maschinennaht und bietet neben besserem Aussehen extrem hohe Sicherheit: Selbst eine durchtrennte Nahtstelle lässt die Naht nicht aufgehen!

Meine handgeschliffenen Lederkanten haben das gleiche Endfinish wie das Messergriffmaterial!

Den Verschlussknopf aus massivem Titan fertige ich für meine Gürteltaschen selbst an. Er wird in den Lederzwischenlagen verschraubt. Dass die Schneide stets ihren Abstand zur Nahtzwischenlage ohne Pendelbewegungen des Messers  beibehält, bewirkt neben dem ausgeklügelten Innenprofil der Zwischenlage eine sehr aufwändige Kalotte.

Ein weiteres Detail meiner Köcher- beziehungsweise Steckscheiden und Gürteltaschen ermöglicht das gelegentliche Entfernen von Staub und Flusen aus dem Inneren jederzeit und überall. Wie einfach das funktioniert zeige ich gerne im persönlichen Kontakt!

Wenn beispielsweise eine Gürteltasche meiner Art vollendet ist und das Messer mit leisem Plopp eingesteckt werden kann, habe ich gut und gerne 15 Stunden reine Handarbeit in ein mittelgroßes Exemplar investiert! Entsprechend aufwändig ist auch die Rückseite.

 

Humoreske:

Zeitgenössische Jeans bieten nun endlich die volle Nutzung meiner Doppel-Gürtelschlaufe an den Köcherscheiden oder Gürteltaschen großer Modelle!

 

 

 

SIGNATUR
 
 

Jedes Messer trägt mein fühlbares Logo, das ich auf der Handschutzoberseite oder der hinteren Knauffläche, bei gravierten offenen BRI-Modellen auf der Bügel-Rahmen-Innenfläche durch manuelles gravurtiefes Ätzen erziele. Der Ursprung meines Logos ist visuell schnell erklärt!

 

 

 

Die Vorderseiten der naturellen Lederscheiden oder Gürteltaschen erhalten regelmäßig eine Prägung meines Zeichens. Weil dies bei Edellederbezug technisch nicht möglich ist, lässt sich das Logo sowohl hier als auch bei naturellem Leder auf einem Ledermedaillon vollendet präsentieren.

 
Alternativ kann die Prägung wie am Beispiel meiner über zehn Jahre täglich getragenen Gürteltasche auch auf der Gürtelschlaufe erfolgen.

 

 

 

GRAVUREN
 
 
Bisher wurde mir sehr oft gesagt, dass meine Messer wegen des besonderen Designs und der einmaligen Ausführung ungraviert gewünscht werden. Das deckt sich ziemlich genau mit meiner Einstellung: Bei Integral-Modellen mit Griffschalen oder Griffeinlagen verzichte ich in aller Regel auf Gravuren der eigentlichen Messeroberfläche.
 

Lediglich die Flächen der Griffschalenschrauben erhalten manchmal eine dezente Gravur.
 

Einige Bügel-Rahmen-Integrale wurden in der Vergangenheit von Heinz Funk, Eckernförde, mit feinsten englischen Arabesken graviert. Seine Arbeiten sind kaum zu beschreiben, man muss sie sehen und kann dann nur staunen!

Heinz Funk lebt seit vielen Jahren im Ruhestand. Ich möchte ihm deshalb nur noch ausnahmsweise eine Gravur zumuten.

 

Neue Projekte in Kooperation mit anderen Graveuren sind in Arbeit!

 

 

 

TIPPS ZUR HANDHABUNG UND PFLEGE
 
 
Im Vorlaufenden bin ich detailliert auf Ausführungen und Bestandteile meiner Messer eingegangen. Ergänzend biete ich zur Handhabung und Pflege meine "Wichtigen Tipps" zum Herunterladen.

 

 

 

AUTHENTIZITÄT   UND   ZERTIFIKAT
 
 
Obwohl es sich eigentlich schon aus dem Vorstehenden herauslesen lässt, erkläre ich nochmals definitiv, dass bis auf das Härten der Integralrohlinge bzw. Klingen in einer Vakuumanlage und Gravuren alle Arbeiten an den Original-Koob-Messern und Scheiden bzw. Gürteltaschen von Grund auf ausschließlich von mir persönlich durchgeführt werden.

Diese Originalität meiner Messer dokumentiere ich durch ein Zertifikat mit detaillierter Beschreibung und siegelverprägtem Foto auf der Rückseite.

 

 

 

ERFINDUNG   UND   KREATIVITÄT
 
 
Ganz sicher habe ich das Messer nicht neu erfunden. Gleichwohl hat meine eigene Kreativität innovative Formen hervorgebracht: Jedes meiner Messer ist die Summe mit sehr viel Enthusiasmus gestalteter Details und zugleich auch die Summe von 35 Jahren Praxis weit weg von jedem "Das haben wir schon immer so gemacht!"

So habe ich bereits in den 80er Jahren zunächst für mein Modell Aquila den konvex-konkaven Klingenrücken erdacht und inzwischen auch in das Profil neuer Modelle integriert.

Amüsieren kann ich mich über Macher und Hersteller ohne eigene Kreativität, die beispielsweise beim Vorstellen von Plagiaten auch noch mit Erstaunen reagieren, wenn darauf in Foren etc. hingewiesen wird. Gutes wird immer kopiert, aber Clevere zitieren den Urheber.

 

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